Filtern mit Luft - genial einfach, einfach genial!

Wenn man zum ersten Mal den Begriff "Filtern mit Luft" hört, dann kann man sich darunter nicht wirklich viel vorstellen. Im Allgemeinen kann man sagen, dass das die Aquarienfilterung mithilfe von Luft, welche von Luftpumpen (Membranpumpen) ins Aquarium gepumpt wird, ist.

 

Was ist eine Luftpumpe?

 

Die Luftpumpen, in der Handelssprache auch manchmal Membranpumpe genannt, sind Pumpen, die außerhalb des Aquariums stehen. Sie zeichnen sich durch einen relativ geringen Stromverbrauch und meistens (besonders bei den billigen Geräten) recht lautem Lauf aus. Mittlerweile sind die Hersteller der Luftpumpen allerdings schon so weit, dass man solche Pumpen sogar in Schlafräumen betreiben kann. Da die Pumpe außerhalb des Aquariums steht, hat man keinen Strom im Wasser, so wie etwa bei Innenfiltern oder Außenfiltern, welche mit einer Kreiselpumpe betrieben werden. Die von einer Membrane im Inneren (daher der Name) erzeugte Luft wird mittels Luftschlauch (Kunststoffschlauch mit 4/6 mm) ins Aquarium geleitet, dort betreibt sie dann Dekorationsgegenstände, Sprudelsteine oder Luftheber.

 

So, jetzt pumpe ich Luft in mein Aquarium, was dann?

Um mithilfe von Luft zu filtern, braucht man natürlich als erstes eine Förderpumpe, die mit Luft betrieben wird. So unglaublich wie es klingen mag, aber ja, so etwas gibt es und es nennt sich Luftheber.

 

Was ist ein Luftheber?

 

Ein Luftheber ist eine Rohrkonstruktion, in die Luft hineingeblasen wird. Die im Rohr aufsteigende Luft reißt dann Wasser mit sich mit und so entsteht ein Fördereffekt. Während beim "normalen" Luftheber ein Loch in den Bogen gebohrt wird, durch das dann der Luftschlauch geführt wird um am Ende des Luftschlauches höchstens ein Sprudelstein, wenn nicht gar nichts befestigt ist, weist der Tschechische Luftheber ein anderes System auf. Am unteren Ende des Lufthebers, der auch hier aus einem Bogen und einem Steigrohr besteht, befindet sich eine Hülse, die etwas mehr im Durchmesser misst als das Steigrohr. Diese ist über das Steigrohr geschoben und am unteren und oberen Rand abgedichtet. Nun wird mittels Anschlussstück der Luftschlauch angeschlossen und Luft in den Luftheber gepumpt, die sich dann in der Kammer, die durch die Hülse entsteht, ausbreitet und durch kleine Löcher (Ø ca. 1 mm), welche sich im Steigrohr befinden, in das Innere des Steigrohres Strömen. Diese, von allen Seiten gleichmäßig einströmende Luft, kann ein vielfaches von Wasser mitreißen, als ein sich in der Mitte des Steigrohres befindlicher Sprudelstein oder der Schlauch alleine.

Doch ein großes Problem hat der Tschechische Luftheber. Das Anschlussstück, häufig in Form eines L-Winkels, ist an die Hülse angeklebt und nicht sehr stabil. Will man nun den Luftschlauch, nachdem er längere Zeit im Wasser war und alle Weichmacher verloren hat, also steinhart ist, herunterziehen, reißt man das Anschlussstück ab und der Luftheber ist reif für die Mülltonne, denn reparieren kann man das meist nicht mehr.

 

Funktionsprinzip Tschechischer Luftheber

Jetzt habe ich eine Luftpumpe und einen Luftheber, aber welches Filtermedium?


Die "Förderpumpe" - nämlich der Luftheber - ist installiert und funktioniert, allerdings bringt das ohne Filtermedium nicht sehr viel. Filtern mit Luft ist eine kostengünstige Sache, nicht nur im Betrieb (wenig Stromverbrauch, geringe Wartung etc.) sondern auch in der Anschaffung, deshalb verzichten wir von Anfang an auf teures Filtermedium wie Bio-Granulat, Röhrchen etc. Es wird nur Filtermatte in den Farben blau und mittlerweile auch schon schwarz verwendet. Da gibt es jetzt die verschiedensten Varianten:

  • Schwammfilter
  • Hamburger Mattenfilter über die Seitenscheibe
  • Hamburger Mattenfilter über Eck (Stauchungen in der Matte, nicht ideal)
  • Mobile Hamburger Mattenfilter (Mobile HMF)
  • Schnellfilter
  • Hang-On-Filter (Einhängefilter, "Rucksackfilter")
  • Biofilter
  • etc.

Die älteste und bewährteste Variante ist der aus Hamburg stammende Hamburger Mattenfilter (HMF).

Diese kann man in einer Ecke des Aquariums anbringen, indem man sie mit zwei Schienen, die mit Silikon ins Aquarium geklebt werden, befestigt. Diese Variante hat allerdings eine Stauchung der Matte zufolge, das ist nicht gut. Deshalb findet diese Version auch nur wenig Verwendung.

 

Eine weite Möglichkeit ist, die Matte quer ins Aquarium zu stellen, wenn sie etwas größer ist als das Aquarium kann man sie schön hineinklemmen. Diese Art des HMF über die Seitenscheibe überzeugt natürlich durch eine große Filterfläche und ist theoretisch auch längs im Aquarium (Rückwandmattenfilter) verwendbar, aber dabei geht sehr viel Platz im Aquarium verloren.

 

Der Mobile Hamburger Mattenfilter ist ein Filterschwammblock mit einem Loch für den Luftheber in der Mitte, der meist auf einer Glasplatte befestigt ist. Das hat den großen Vorteil, dass das Wasser von allen Seiten gleichzeitig angesaugt wird und der Filter innerhalb der Aquariums mobil ist.

 

Mit Luft betriebene Hang-On-Filter (Rucksackfilter) werden an der Aquarienscheibe eingehängt und befinden sich außerhalb der Aquariums. Das spart jede Menge Platz.

 

Man kann auch Biofilter mit Luft betreiben, sowas gibt es allerdings im Handel nicht, da muss man entweder komplett selbst Hand anlegen oder einen Biofilter umfunktionieren, doch das Bedarf schon einiges an handwerklichem Geschick.

 

Fazit

 

Die Filterung mit Luft ist eine kostengünstige Art der Aquarienfilterung, sowohl in der Anschaffung als auch im Betrieb. Der Einsatz solcher Filtermittel lohnt sich voll und ganz, wenn man mehrere Aquarien oder sogar eine Aquarienanlage besitzt oder aufbauen will, so kommt man nicht um das Thema Luftfilterung herum. Probier´s aus!